Informationen zum Wappen der Stadt Bochum

Servicenavigation

Subnavigation

  • Aktuelles / Pressemeldungen

5. August 2015 - Marienkirche erhält Chronogramm des früheren Grundsteins

Architekt Thorsten Kock (links) und Stadtdirektor Michael Townsend (rechts) mit dem Chronogramm des früheren Grundsteins. (Per Klick erhalten Sie eine vergrößerte Ansicht des Bildes.)
Durch die Absenkung des Niveaus im Chor der Marienkirche trat Anfang 2014 eine Sandsteintafel mit lateinischer Inschrift zutage. Solche Tafeln bezeichnet man als Chronogramme; sie stellen eine Spielerei dar, wie sie in der Antike und ab der Renaissance verbreitet waren. Die Marienkirche erhält nun das Chronogramm des früheren Grundsteins wieder. Die restaurierte Steinplatte, die versteckt die Jahreszahl der Grundsteinlegung beinhaltet, kehrt an ihren alten Platz auf der Innenwand des Chores zurück.

Der Inschrift „MarIa VIrgo prae CLara aD CoeLos eLata pro nobIs qVoqVe ora" - übersetzt: „Maria, überaus strahlende Jungfrau, in den Himmel erhoben, bitte auch für uns" - ist das Jahr der Grundsteinlegung 1868 eingeschrieben. Um es herauszulesen, müssen die großen Buchstaben und sämtliche Buchstaben, die als römische Ziffern einen Zahlenwert haben, addiert werden: M + I + VI + CL + D +C + L + L + I + V+ V = 1000 + 1 + 6 + 150 + 500 + 100 + 50 + 50 + 1 + 5 + 5 = 1868. Die errechnete Zahl stimmt mit dem Grundstein (primus lapis) von 1868 überein. Dieser war oberhalb des Chronogramms zu finden und trägt die Aufschrift „lap. prim. 1868". In ihm war eine etwa 25 Zentimeter lange Glasphiole eingelassen, in der papierne Reste gefunden wurden, die jedoch durch Restauratoren aufgrund des starken Zerfalls nicht mehr rekonstruiert werden konnte. Die Glasphiole war zerbrochen, konnte jedoch durch eine Glasrestauratorin instand gesetzt werden. Phiolen dieser Art wurden im 19. Jahrhundert noch als Apothekergefäße genutzt. Es ist vorgesehen, die Phiole später in der Kirche auszustellen. Die Sandsteintafel wurde geborgen und durch den Steinmetzbetrieb restauriert.

Chronogramm des früheren Grundsteins (Per Klick erhalten Sie eine vergrößerte Ansicht des Bildes.)
Im Jahr 1868 legte Bischof Dr. Konrad Martin persönlich den Grundstein für die Marienkirche. Die Pläne für die komplett aus Herdecker Backstein gemauerte Kirche hatte im Jahre 1867 der Architekt Gerhard August Fischer aus Barmen geliefert, der auch die vier Jahre andauernden Bauarbeiten leitete. Am 3. Mai 1872 konnte die Marienkirche durch Bischof Konrad Martin geweiht werden. Durch Kriegseinwirkungen war sie zwischen 1943 und 1944 stark beschädigt worden. Während der Turm der Kirche nur relativ leichte Schäden davongetragen hatte, waren Langhaus und Chor bis auf die Außenmauern ausgebrannt. Der Wiederaufbau hatte 1951 begonnen. Die Altarweihe nach dem Wiederaufbau fand am 3. Oktober 1953 statt. Der Architekt des Wiederaufbaus, Vieth, verzichtete auf die Wiederherstellung vieler Schmuckelemente wie Balustraden oder die Maßwerke in den Fenstern.

(5. August 2015)