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21. Juli 2014 - Musikzentrum: Restauratoren sanieren Kreuzblume auf Kirchturmspitze

Restauratoren sanieren Kreuzblume auf Kirchturmspitze
Hoch hinaus geht es derzeit für die Bauarbeiter, die den Turm der Marienkirche restaurieren, damit sie künftig als Foyer für das Bochumer Musikzentrum dienen kann. Mit einem offenen, leicht zitternden Baustellenaufzug geht es neben dem Kirchturm rauf bis in etwa 75 Meter Höhe. Dort lagert zurzeit auf der obersten Gerüstebene – noch über der Kirchturmspitze, nahezu im luftigen Nichts – ein Segment der Kreuzblume. Seit 1870 ragt sie eigentlich in den Himmel über Bochum.

Die über 140 Jahre alte, drei Meter hohe Kreuzblume hat Bernhard Mensen, Architekt und Spezialist für die Sanierung von Sakralbauten, in ihre einzelnen Bausteine zerlegen lassen. Einige Teile lagern am Erdboden, wo zügig das Musikzentrum in die Höhe wächst, andere befinden sich in der Restaurierungswerkstatt. Eins ist allen Segmenten der markanten Kreuzblume gemein: Sie sind rabenschwarz verfärbt und stark verkrustet.

An dem einst hellen Stein nagt der berüchtigte saure Regen. „Wir nennen das Kohlenbrand“, erläutert Werner Paetzke von den gleichnamigen Restaurierungswerkstätten. Auch Reifenabrieb habe sich durch die Niederschläge auf den Naturstein gesetzt. An dem weichen roten Eifel-Sandstein, aus dem viele schmückende Elemente der Kirchturmspitze gemacht sind, frisst der Kohlenbrand sogar so, dass mit der schwarzen Kruste Steinbrocken herabrieseln. „Diese Ornamente ersetzen wir durch roten Main-Sandstein, der deutlich witterungsfester ist“, sagt Werner Paetzke.

Das eigentliche Übel der Kreuzblume auf der Kirchturmspitze hat Architekt Bernhard Mensen jedoch in ihrer inneren Konstruktion ausgemacht: „Sie war verankert.“ Durch Wasser und Rost hatte sie über Jahrzehnte quasi eine gewisse innere Sprengkraft entwickelt. Vor allem das untere Segment der Kreuzblume war von abplatzenden Gesteinsteilchen betroffen. Das Restaurierungsteam will die korrodierte innere Verankerung daher durch rostfreien Edelstahl ersetzen.

„Voraussichtlich in etwa drei Wochen wollen wir die Kreuzblume zurück auf die Kirchturmspitze setzen“, schätzt Bernhard Mensen. 77 Meter misst die Marienkirche dann wieder in ihrer vollen Höhe.


PfeilRechts_Rot.gif Neue Bilder von der Baustelle
   (Dia-Show von der Besichtigung am 18. Juli 2014)